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Ganz unerwartet begann die CDIO-Tour beim CHIO Aachen für Isabell Werth und Emilio im Grand Prix mit vielen Fehlern, einem Ergebnis von 72,640 Prozentpunkten und Platz 17. Nach einer kurzen Irritation über diesen Auftakt demonstrierte die Dressurqueen jedoch einmal mehr ihre Professionalität. Schon im Special (79,128) führte sie mit dem Westfalenwallach die Ehrenrunde an, in der Kür tanzte Emilio unter ihr dann zu einem persönlichen Bestergebnis von 87,625 Prozent.

Im Sport gehört es auch dazu, Rückschläge in Kauf zu nehmen, ohne sich von diesen blockieren zu lassen. Isabell Werth hat im Laufe ihrer mittlerweile schon jahrzehntelangen Karriere bereits mehrfach bewiesen, dass sie mit Aufs und Abs gleichermaßen gut umgehen kann. Entsprechend gut gelang es der Dressurkönigin, ihren unerwartet schlechten Start in die CDIO-Tour mit Emilio schnell hinter sich zu lassen. Und scheinbar sogar gestärkt daraus hervorzugehen, denn am Ende des CHIO Aachen 2018 standen nicht nur zwei Siege auf dem Konto von Isabell Werth und Emilio, sondern für den Braunen auch eine persönliche Bestleistung in der Kür. „Jetzt kann das Turnier beginnen“, zog die Reiterin lachend Bilanz. „Heute war Emilio wieder voll da! Die Atmosphäre war atemberaubend, die letzte Mittellinie habe ich einfach nur genossen.“ Am Ende der Kür hatten sich fast alle 6.300 Zuschauer im Deutsche Bank Stadion von ihren Plätzen erhoben und im Takt der Musik mitgeklatscht. „Das war ein ganz spezielles Gefühl“, so die strahlende Siegerin. Insgesamt war das Werths zwölfter CDIO-Kür-Sieg in Aachen. Achtmal gewann sie mit Gigolo, zweimal mit Satchmo, einmal mit Weihegold und nun auch mit Emilio. Aber so „besonders“ wie in diesem Jahr war es selten. „Das war eine spannende Woche für uns alle“, betonte Isabell Werth. Eine Woche mit Favoritensiegen und –stürzen, Überraschungserfolgen und Comebacks. Eines dieser Comebacks gelang in Aachen Werths Teamkollegin Helen Langehanenberg. Im Sattel von Damsey FRH gehörte die Westfälin in Aachen zum deutschen Team – und das nur vier Wochen nach der Geburt ihrer zweiten Tochter. Gemeinsam mit Dorothee Schneider/Sammy Davis jr. und Jessica von Bredow-Werndl/TSF Dalera BB sicherten Langehanenberg und Werth den deutschen Sieg im Nationenpreis, für den die Ergebnisse aus Grand Prix und Grand Prix Special zählen. Die Plätze zwei und drei gingen an die Teams aus den USA und Dänemark.

Helen Langehanenberg trug im Grand Prix auf Platz drei das beste deutsche Ergebnis bei, im Special war sie Isabell Werth und Emilio mit 79,021 Prozentpunkten auf Platz zwei dicht auf den Fersen. Dorothee Schneider (76,404) und Jessica von Bredow-Werndl (76,255) belegten hier die Plätze sechs und sieben. Damit lieferte die Bayerin im Special das schlechteste deutsche Ergebnis und war somit für die Kür nicht mehr startberechtigt. Im Grand Prix hatte von Bredow-Werndl noch die Nase vorn gehabt (76,848 Prozent) auf Platz vier, Dorothee Schneider hatte auch diese Prüfung auf Platz sechs beendet (75,916). In der Kür war es dann wiederum Helen Langehanenberg, die das zweitbeste deutsche Ergebnis lieferte mit 82,575 Prozentpunkten und Platz fünf, Dorothee Schneider sammelte mit Sammy Davis Jr. hier 81,295 Prozentpunkte (Platz sieben).

Für einen der Überraschungserfolge in der Dressur sorgte die US-Amerikanerin Kasey Perry-Glass. Die Trainingskollegin von Laura Graves zog in Aachen erstmals an dieser vorbei – und in der Kür auch an allen deutschen Reitern außer Isabell Werth. Im Sattel von Goerklintgaards Dublet galoppierte sie zu 85,205 Prozentpunkten und Platz zwei. Laura Graves und ihr Verdades folgten mit 85,085 Prozentpunkten auf Platz drei – dieses Paar hatte im Special einen Einbruch zu beklagen. Nachdem sich der KWPN-Wallach vor einer Kamera erschreckt hatte, war er völlig von der Rolle. In der Kür war er dann wieder voll bei seiner Reiterin, die aber noch nicht wieder voll auf Risiko ritt.

Bella Rose siegt in der CDI-Tour

Emotionsgeladen waren für Isabell Werth aber auch ihre Auftritte mit Bella Rose in der CDI-Tour. Wer die Rheinbergerin mit der eleganten Fuchsstute beobachtet, dem wird nicht entgehen, dass dieses Pferd für Isabell Werth nach wie vor etwas ganz Besonderes ist. Entsprechend erleichtert jubelte sie in Aachen über die Siege im Grand Prix und Special der CDI-Tour. Zwar waren beide Vorstellungen nicht fehlerfrei, doch Bella Rose steigert sich nach ihrer über dreijährigen Turnierpause von Vorstellung zu Vorstellung. Von der Aachener Kulisse ließ sie sich nicht beeindrucken – obwohl der CHIO nach Fritzens erst ihr zweites Turnier war. „Die Siege hier bedeuten so viel mehr als die goldene Schleife. Jetzt gilt es, weiter an ihrer Kraft und Routine zu arbeiten“, so Isabell Werth.

Mit Jill de Ridder war in der CDI-Tour eine weitere rheinische Reiterin am Start. Im Sattel der rheinisch gezogenen Wolkenstürmer-Tochter Whitney (Züchter: Alfons Raskop) sammelte die Aachenerin im Grand Prix 69,239 Prozentpunkte (Platz 16). In der Grand Prix Kür am Samstagabend gab es für dieses Paar 71,025 Prozentpunkte und Platz neun.

Überzeugende Auftritte von Stefanie Wolf und Saphira Royal

In der CDI4*-Tour konnte ein rheinisches Paar besonders überzeugen: Stefanie Wolf und Saphira Royal. Die Pferdewirtschaftsmeisterin, die gemeinsam mit Reitmeister Johann Hinnemann den Krüsterhof in Voerde leitet, feierte eine äußerst erfolgreiche CHIO-Premiere. Sie stellte die neunjährige Stute von San Amour – Monteverdi (Züchter Herbert Werth) in beiden Prüfungen ausdrucksvoll und sicher vor und wurde mit 73,941 Prozentpunkten und Platz zwei im St. Georg sowie 71,441 Prozentpunkten und Platz drei in der Intermediare I belohnt. Damit bestätigte das Duo auch vor dieser einmaligen Kulisse, dass es im internationalen Dressursport angekommen ist. Mit tollen internationalen Debüt-Leistungen in Hagen und München hatten sich Stefanie Wolf und Saphira Royal für den Start in Aachen empfohlen – und konnten sich hier weiter etablieren. Die 34-jährige Ausbilderin und die dunkelbraune Stute sind seit drei Jahren ein Team und können bereits auf viele gemeinsame Erfolge, unter anderem Bronze bei der WM der siebenjährigen Dressurpferde 2017, zurückblicken.

Juliette Piotrowski siegt mit dem deutschen Team im U25-Nationenpreis

Kurz vor den diesjährigen Europameisterschaften der U25-Dressurreiter stand beim CHIO Aachen ein U25-Nationenpreis auf dem Programm. Im vergangenen Jahr war erstmals ein Nationenpreis in dieser Altersklasse in Aachen ausgetragen worden. Damals mussten sich die deutschen Reiter den Niederländern geschlagen geben und beendeten den Nationenpreis auf Platz zwei. In diesem Jahr gelang der Sieg. Mit zum deutschen Team gehörten einmal mehr auch Juliette Piotrowski und ihr Sir Diamond. Die beiden trugen 68,706 Prozentpunkte zum deutschen Sieg bei, was in der Einzelwertung Platz neun bedeutete. Zusammen mit den Ergebnissen von Jil-Marielle Becks, die mit Damon’s Satelite die Prüfung dominierte (72,382), und Lisa-Marie Klössinger mit FBW Daktari (71,971/Platz drei) bedeutete das die Goldmedaille für das deutsche Team. Natürlich war die Freude über den Teamsieg auch bei Juliette Piotrowski groß, die mit ihrem Ritt an sich allerdings nicht ganz zufrieden war. „Ich freue mich über den Sieg im Nationenpreis, bin mit mir selbst aber nicht zufrieden. Draußen auf dem Abreiteplatz hatte ich ein super Gefühl, in der Prüfung habe ich ihn dann einmal zu hoch genommen und konnte das nicht mehr korrigieren. So fehlte uns leider die Losgelassenheit und der Ausdruck, auch wenn uns keine großen Fehler unterlaufen sind“, so die Reiterin, die im Grand Prix und der Kür eigentlich noch die Chance gehabt hätte, sich und ihr Pferd in Bestform zu präsentieren. Doch in der Siegerehrung vom Nationenpreis vertrat der Rappe sich leicht, so dass die Reiterin ihn für die weiteren Starts zurückzog. „Gott sei Dank ist Sir gesund und munter und es ist nichts passiert. Aber ich wollte einfach auf Nummer sicher gehen so kurz vor der Euro.“

Quadrillensieg für den KV Mettmann

Eine echte Show lieferten die Reiter des KV Mettmann beim diesjährigen Quadrillenchampionat in Aachen ab. In grünen Glitzerfracks mit passenden grün-glitzernden Fliegen ausgestattet zeigte das Mettmanner Quartett eine höchstanspruchsvolle Kür, die auch in der Ausführung kaum Wünsche offen ließ. Entsprechend tief griffen die Richter in die Wertnotenkiste: 8,9 lautete die A-Note, 9,8 die B-Note für Iris Charles mit La Lutzi, Chantal van de Griend mit Lord Niro, Patricia Knell mit Fürst Finaldo und Stephanie Knell mit Don Giovann, die von Marco Schmid vorgestellt wurden. Der Auftritt der „Kermits“, wie sie sich selbst bezeichneten, war von großer Harmonie geprägt – wer es nicht wusste, hätte niemals geahnt, dass Chantal van de Griend und ihr „Lockenlord“ erst kurzfristig als Ersatz eingesprungen waren und entsprechend im Vorfeld nur einmal mit dem gesamten Team geübt hatten. Zu Klängen von ABBA, den Bee Gees und Modern Talking gelang es den Mettmannern, Jury und Publikum gleichermaßen zu begeistern. Mit einem Gesamtergebnis von 18,7 gelang der Sieg knapp vor der Mannschaft aus Düren. „Das war der absolute Hammer“, fanden am Ende nicht nur die Reiter des Siegerteams.

18,6 Punkte sammelte das Dürener Quartett unter der Leitung von Sabine Fuchs. Dabei hatten Anne Schagen mit Sambalero, Rebecca Ida Winkler mit Rockadinho, Svenja Wolf mit Dior und Deborah Zester mit Remington D in der A-Note mit 9,0 sogar leicht die Nase vorn. In der B-Note gab es für die Dürener mit einer 9,6 ebenfalls eine absolute Traumnote, die insgesamt den zweiten Platz sicherte.

Mit deutlicherem Abstand landete die Mannschaft des KV Krefeld auf Platz drei. Angela Bißels mit Faunus, Christina Dahl mit Las Vegas, Nicole Louven mit Laurino und Iris Rommerskirchen mit Danoni erhielten unter der Führung von Tanja Liepack eine A-Note von 8,7 und eine B-Note von 9,3 (gesamt 18,0).

Text: www.pemag.de